Wisch und weg: Wo in der Wohnung die Keime lauern

Um die eigenen vier Wände sauber zu halten, saugen, wischen und schrubben wir. Wo die meisten Keime lauern und wie man sie beseitigt.

In manchen Wohnungen ist es so sauber, dass man vom Boden essen könnte. In anderen wiederum will man sich nicht einmal die Schuhe ausziehen. In der ersten würden sich die meisten Österreicher und Österreicherinnen laut einer Cif-Studie eindeutig am wohlsten fühlen. Eine ordentliche und saubere Umgebung ist für 98 Prozent äußerst wichtig. Die große Mehrheit putzt daher zumindest ein Mal pro Woche, im Schnitt sogar vier Stunden. Wird damit die Wohnung auch wirklich sauber?

Wichtig: Die Putzfrequenz allein sagt noch nichts über die Sauberkeit aus. Hygiene-Experte Franz Reinthaler von der Meduni Graz erklärt es so: „Die Art der Reinigung kann individuell und je nach zusätzlicher Verschmutzung sehr unterschiedlich sein.“

Größte Keimschleuder ist nicht WC

Reinthaler kennt allerdings die Gefahren für die Gesundheit, die entstehen, wenn Staub und Schmutz in der Wohnung überhand nehmen. Zu den größten Schmutzschleudern gehört aber entgegen aller Vermutung nicht das WC. „Im Wohn-Innenraum sind die größten keimtragenden Objekte Putzschwämme, vor allem die in der Küche, und Putzlappen“, so der Experte.

„Sie bieten optimale Bedingungen für Mikroorganismen und müssen regelmäßig ausgetauscht werden.“ Zur Entwarnung: Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge leben in den Poren der Schwämme hauptsächlich harmlose Umwelt- und Wasserbakterien.

Infektionsherd Küche

Geht es um Infektionskrankheiten, die man sich im Haushalt zuziehen kann, so ist der Ort des Geschehens vor allem die Küche. „Hier können nahrungsmittelbedingte Infektionen auftreten, deswegen kommt der Küchenhygiene die größte Bedeutung zu“, so Reinthaler. Hygienefehler können schnell zu Campylobacter-, oder Salmonellen-Vergiftungen führen – also zu Durchfall und Erbrechen.

Übertragen werden die Krankheitserreger vor allem über rohe Speisen, wie Fisch, Fleisch, Geflügel oder Eier. „Rohe und zubereitete Lebensmittel sollten immer an getrennten Stellen mit getrennten Küchenutensilien verarbeitet werden“, so Reinthaler.

Kühlschrank und Duschkopf

Auch der Kühlschrank kann zur Bakterien-Falle werden und sollte alle paar Wochen gründlich ausgewischt werden. Im Bad sind es die Duschköpfe, die, wenn über Wochen unbenutzt, schnell von Legionellen besiedelt werden können. Vor dem ersten Duschen sollten sie zuerst durch intensives Ablaufenlassen von 60 Grad heißem Wasser durchgespült werden.

Betten und Matratzen

Betten, Matratzen und Teppiche hingegen werden gerne von Milben bewohnt – deren Ausscheidungen können allergische Symptome hervorrufen. „Zur Bekämpfung sollte man Betten und Matratzen lüften, um die Feuchtigkeit zu entziehen, häufiges Wechseln der Wäsche entzieht den Nährboden.“ Auch Aushängen helfe – Kälte und Sonneneinstrahlung töte Milben ab, so Reinthaler.

Auch wenn derzeit viel Desinfektionsmittel benutzt wird – im Haushalt reichen simple Mittel aus. „Allzweckreiniger, Essig, Schmierseife und Zitronensäure für hartnäckige Flecken und zum Entkalken, Waschpulver und ein Geschirrspülmittel.“

Wohnen
Gewerbe