Wie Home Stager Wohnungen besser in Szene setzen

Nicht alle Immobilien überzeugen Interessenten auf Anhieb. Home Staging soll Wohnungen optisch auf Vordermann bringen.

Leere Zimmer wirken oft kleiner als sie sind. Sich vorzustellen, wo das große Familiensofa Platz finden könnte und wo Esstisch und Stühle, ist mit der Pi-mal-Daumen-Technik gar nicht so einfach. Auch Studien haben gezeigt, dass nur zwei von zehn Menschen die Fähigkeit haben, sich einen Raum möbliert vorzustellen.

„Wer durch eine leere Wohnung geht, denkt sich schnell, das geht sich nicht aus“, weiß Jutta Wallner, zuständig für Marketing und Vertrieb beim Unternehmen Wohnfee, einem Home Staging Spezialisten.

Sie helfen dem menschlichen Vorstellungsvermögen mit ihrer Arbeit auf die Sprünge, beleben kahle Wohnungen mit Sofas, Accessoires und Pflanzen, legen Teppiche auf die Böden und dekorieren den Eingangsbereich.

Die Wohnung wird in Szene gesetzt und im wahrsten Sinne des Wortes zur „Stage“, zur Bühne. „Ein Mix aus Möbeln, Dekoration und Licht, geben dem Kunden Anhaltspunkte beim Einrichten, zeigt Möglichkeiten der Raumnutzung, lenkt von einengenden Dachschrägen ab und betont die Vorzüge der Wohnung“, so die Expertin.

Bis zu 150 „Teile“ werden für das Staging in eine Wohnung getragen. Lediglich in Küchen würden Attrappen aus Pappe stehen – „sie sind in Relation zu aufwendig und zu teuer.“ Vorher wird mit dem Auftraggeber besprochen, für welche Zielgruppe die Wohnung hergerichtet werden soll und wie lange.

Steigende Nachfrage

Vom Angebot des Maklers bis zum ersten Besichtigungstermin mit Kunden vergehe in der Regel eine Woche, so Wallner. „In der Früh rücken die Spediteure an, wir richten ein, dann kommt der Fotograf. Am nächsten Tag stehen die Fotos im Netz.“

Dass sich die stilvolle Aufbereitung von Immobilien für den Verkauf oder Vermietung rechnet, haben Makler und Bauträger in den USA und Skandinavien schon lange erkannt, in Österreich ist die Verkaufsförderungsmaßnahme erst seit knapp zehn Jahren Usus.

Aufgemöbelt verkauft sich besser

Eine Studie der Handelsschule Stockholm etwa belegt, dass sich durch Home Staging die Verkaufszeit einer Immobilie bis zur Hälfte reduzieren lässt. Wie schnell das Objekt verkauft oder vermietet werde, hänge aber auch von der Vermarktung und der Bepreisung ab, so Wallner.

„Stage-Wohnungen werden häufiger besichtigt, das führt wiederum zu einem schnelleren Abschluss.“ Der schwedischen Studie zufolge kann die erhöhte Nachfrage auch zu einer Steigerung des Verkaufspreises von zehn bis 15 Prozent führen.

Neue Zielgruppen ansprechen

Denn: Eingerichtete Wohnungen heben sich von der Masse ab, lassen sich schön fotografieren und punkten bei der Online-Vermarktung.

Wallner: „Wir haben einmal eine ziemlich abgenutzte Wohnung auf Vordermann gebracht. Im früheren Zustand hätte man sie nur an Studenten vergeben können. Nachdem wir alles saniert haben, Böden abgeschliffen wurden und Wände neu gestrichen, war sie auch für zahlungskräftigere Zielgruppen geeignet.“