Upcycling: Wie aus Holz und Metall kreative Möbel entstehen

Originelle Einrichtungsgegenstände mit einer ganz persönlichen Note fertigt der DIY-Experte Cosmin Lutai.

In seinem Zuhause ist vieles selbst gemacht. Großes und Kleines, vom Ess- und Couchtisch übers Bett bis zur Lampe samt origineller Dekoration. Unser DIY-Experte stammt ursprünglich aus der Stadt Arad in Rumänien, lebt aber schon seit vielen Jahren in Bruck an der Leitha.

Susanna Pikhart

Als Stamm dient ein Eisenrohr, es kann aber auch ein Rohr aus Aluminium verwendet werden. Durchmesser: 5 cm, fungiert gleichzeitig als Kabelkanal. Blätter: Aus einem Blech (0,5 mm – aus dem Baumarkt, via Onlinehandel oder von einer Altstoffsammelstelle besorgt) schneidet man mit einer Blechschere ähnlich große Formen von Blättern aus. Mit einem Hammer wird nach Belieben ein Blattader-Muster geschlagen. Die einzelnen Blätter werden dann kreisförmig mit herkömmlichen Nieten (am besten vorbohren) auf dem Stamm befestigt. Als Lampenfuß lässt sich eine Metall- oder Holzplatte verwenden, wer will, kann auch einen mit Sand gefüllten Blumentopf nehmen. Die Leuchtkugel ist hier  eine runde Glasvase, die auf den Lampenständer verkehrt aufgesetzt wurde. Als Lichtquelle kommt herkömmliche LED-Weihnachtsbeleuchtung zum Einsatz. Wer will, kann oben auf die Glaskugel noch eine Blattkrone als Abschluss aufsetzen (im Bild: Die Enden der einzelnen ausgeschnittenen Blätter werden angebohrt und kreisförmig mit einem Draht verbunden). 

Sein sonniges Gemüt spiegelt sich in seinen Ideen und Werken wider. Von Freunden und Familie „Minu“ genannt, ist der gelernte Mechatroniker beruflich seit zehn Jahren als Aufzugstechniker in ganz Österreich unterwegs.

Susanna Pikhart

Den Spiegel mit einem einfachen Holzrahmen einfassen (alternativ: einen alten eingerahmten Spiegel verwenden oder einen Bilderrahmen nehmen). Zur kreativen Deko-Verkleidung drei bis fünf Zentimeter lange Stücke aus verschiedenen Rohren (Metall oder Kunststoff,  Reste von Installationsrohren) schneiden. Die einzelnen Teile lackieren, trocknen lassen und danach am Rahmen miteinander verkleben (Geübte können die Metallstücke auch verschweißen). An den vier Ecken am besten größere, eckige Teile anbringen, um eine stabile Fassonierung für die Breite des  gesamten Rahmens zu erhalten. 

Seine Passion als kreativer Kopf und Selfmademan lebt er hobbymäßig und eindrucksvoll im privaten Bereich aus. „Ich sehe etwas in meinem Umfeld und dann entsteht ein Plan in meinem Kopf“, sagt der 33-Jährige.

„Der Umzug in meine neue Wohnung war für mich gleichzeitig auch der Auftakt für selbst gebaute, innovative Möbel- und Einrichtungskreationen. Auf Grund meiner Ausbildung bevorzuge ich Metall in Kombination mit Holz.“

Susanna Pikhart

Die Holzplatte – zwei naturbelassene Bretter – hier ein Fundstück aus einer alten Scheune, wird abgeschliffen und lackiert. Der Tischrahmen und das Tischgestell bestehen ausschließlich aus nicht mehr benötigten Teilen von Aufzügen und Aufzugskabinen –  etwa Aufzugsseile, Führungsrohre, Federn sowie alte Räder.

Eine gewisse handwerkliche Begabung ist für die Umsetzung seiner Ideen zwar notwendig, aber mit etwas Geschick und Geduld lassen sich Cosmins Schöpfungen sehr gut nachahmen. „Ich verwende oft kaputte und scheinbar nicht mehr brauchbare Sachen“, erzählt er.

 

In Zeiten der Rekord-Inflation und Wegwerfgesellschaft ein ebenso lobenswerter wie sinnvoller Zugang, um aus Altem Neues zu schaffen. 

Susanna Pikhart

Ein alter Baumstamm (15 cm Durchmesser, Länge auf 180 bis 220 cm zuschneiden) wird entrindet, gereinigt, abgeschliffen und mit einem farblosen Holzlack oder Holzlasur gestrichen. In der  oberen Hälfte  werden  von allen Seiten  acht Löcher (2–3 cm Durchmesser) gebohrt.  Als Haken können entweder stärkere Holz- oder Metall-Stücke verwendet werden.  Als Standfuß dient ein ca.  8 cm dicker Ring (Durchmesser  40-50 cm) von einem Baumstamm abgesägt, auf gleiche Art wie  der Ständer vorbehandelt (von unten angeschraubt). 

Sein handwerkliches Talent will er irgendwann beruflich nutzen: „Ich würde mich gerne selbstständig machen. Das ist mein Traum – trotz der finanziellen Risiken und der aktuellen Herausforderungen“. Bis es so weit ist, wird der findige Upcycling-Experte noch das eine oder andere Design entwickeln. - Susanna Pikhart 

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