Schluss mit Stillsitzen: Wienerin entwirft Möbel mit Schwung

Architektin Lisa Stolz bringt mit ihrem Interiorlabel „MOWO“ mächtig Bewegung in den Alltag: Mit Hockern zum Wippen, Schaukeln und Balancieren.

„Ursprünglich war die Idee, einen weichen Sitz aus Holz zu erschaffen. Heute treibt mich jedoch das Verlangen an, unseren von stundenlangem Sitzen geprägten Alltag aufzulockern und durch bewegliche Holzformen ein einzigartiges Sitzerlebnis zu kreieren“, erklärt Lisa Stolz, Gründerin des jungen Interiorlabels MOWO (Move with wood). Die Wienerin studierte zuerst daheim Architektur und brach danach zum Designstudium nach London auf, wo sie die Vision ihrer Holzmöbel 2018 erstmals vorstellte. „Die Reaktion auf die Prototypen war großartig, also habe ich es gewagt, daraus ein Business aufzubauen“, so die Gründerin.

Niko Havranek

Neu: Die Vivi-Bank

An der Idee wurde weitergetüftelt und -entwickelt und seit heuer gibt es die CC-Hocker-Kollektion endlich zu kaufen. Herausfordernd war die Suche nach einem geeigneten Produzenten, fündig wurde Stolz bei einem Familienbetrieb in Griechenland. „Dort werden auch die berühmten Kniesessel von Varier produziert. Die haben viel Erfahrung mit ergonomischen Sitzmöbeln.“ erzählt Stolz.

Mowo

Architektin Lisa Stolz und ihre flexiblen Möbel

Die ausführliche Recherche zum idealen Sitzen hat spielerische Möbel ergeben: „Wir nutzen die Elastizität des Holzes – wie man sie zum Beispiel von federnden Lattenrosten kennt – und wenden sie auf die gesamte Möbelstruktur unserer Sitze an. Durch die Verwendung von elastischem Formsperrholz ist es uns gelungen, schwingende, wippende und federnde Hocker zu kreieren. Diese bewegen sich mit dem Körper und ermöglichen ein flexibles Sitzen, das Spaß macht und vor allem eine gesunde und aktive Haltung fördert“, erklärt die Architektin.

Mowo

Ganz neu im Portfolio ist die VIVI -Kollektion, ein Modulsystem, bestehend aus Hocker, Bank und Sessel. Das Besondere daran ist die geteilte Sitzfläche, die die beiden Körperhälften individuell unterstützt und zur Bewegung animiert. Die beiden Schenkel des Hockers sind durch eine Schnur flexibel miteinander verbunden, dadurch können die Hüften unabhängig voneinander bewegt werden. Diese Funktion schafft eine neue Dimension der Bewegungsfreiheit – sie löst Verspannungen und fördert die Durchblutung.

Bislang gibt es die Möbel nur über den Onlineshop zu erwerben. Wer den Sitzkomfort vorher testen möchte, hat dazu aktuell die Gelegenheit bei Karma Food in der Neustiftgasse in Wien oder ab 22. September bei der Vienna Design Week.

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