Design mit viel Liebe zum Detail

Für Marcel Gascoin waren Funktionalität und Ästhetik kein Widerspruch. Hersteller Gubi legt zwei seiner Objekte neu auf

Frankreichs Designkultur wäre heute nicht, was sie ist, wäre Marcel Gascoin nicht gewesen. Die Entwürfe des Innenarchitekten und Designers (1907-1986) waren vor allem in der Nachkriegszeit in so gut wie allen französischen Haushalten zu finden.

Gemeinsam mit dem Ministerium für Wiederaufbau und Städtebau hat er gegen die permanent drohende Wohnungskrise nach dem Krieg angekämpft – und Möbel mit Mehrwert kreiert. Dafür hat er bevorzugt einen nachhaltigen und nachwachsenden Rohstoff verarbeitet: Holz.

Seine Entwürfe sind geprägt von klaren Linien, sauberer Ästhetik und Funktionalität. Inspiration für seine Möbel hat er sich kurioserweise auf Hausbooten geholt. Diese Möbel müssen nämlich funktional und praktisch sein, um den kleinen Raum maximal zu nützen.

Durchbruch erst nach Jahrzehnten

Gascoins minimalistischer Ansatz war allerdings nach der Nachkriegszeit kaum noch gefragt. Schließlich waren die 70er, 80er und 90er Jahre geprägt von knalligen Designs. Heute allerdings, in einer Zeit, in der alles immer schneller, bunter und lauter wird, erfreuen sich die Entwürfe von Marcel Gascoin wieder besonderer Beliebtheit.

Gubi

Daher hat Hersteller Gubi zwei seiner Entwürfe in verschiedenen Varianten neu aufgelegt. Darunter der C-Chair Dining aus geölter Eiche und Wiener Geflecht aus dem Jahr 1947 (ab 889,20 Euro) und der Trèfle Stool (ab 358,80 Euro) aus dem Jahr 1949. Erhältlich bei Quas, Gumpendorfer Str. 16, 1060 Wien, www.quas.at.