Eugen Otto zur Coronakrise: „Es ist noch nicht vorbei“

Eugen Otto ist Geschäftsführer des Immobilien-Dienstleisters Otto Immobilien. Im IMMO-Interview spricht er über die Folgen der Krise für das Unternehmen.

KURIER: Wie geht es dem Unternehmen derzeit?

Eugen Otto: Ich würde sagen gut. Wir sind nicht unmittelbar betroffen wie die Gastronomie oder Hotels, wir können arbeiten. Auch technisch sind wir gut organisiert, haben die Mitarbeiter mit genügend Laptops ausgestattet und wir konnten die Arbeit zum Glück schnell auf Homeoffice umstellen.

Verzeichnen Sie durch die Krise finanzielle Auswirkungen?

Einige Abschlüsse, die Zustande hätten kommen sollen, haben sich nun verzögert. Das verlagert auch Einnahmen nach hinten. Ob nun alles, was geplant war, auch durchgeführt werden kann, kann ich jetzt noch nicht sagen.

In den vergangenen Wochen haben wir uns primär um die Mitarbeiter gekümmert. Da gab es viel Verunsicherung.

Wir haben versucht, zuerst dort den Druck rauszunehmen. Glücklicherweise war das vergangene Jahr das beste Geschäftsjahr unserer Geschichte. Das hält uns den Rücken frei.

Alexander Chitsazan

Welche Bereiche laufen wie gewohnt, welche nicht?

Die Verwaltung läuft gut, der Auftragsstand der Bewertungen ist auch sehr gut. Wir können auch weiterhin Übergaben und Übernahmen von Objekten organisieren.

Bei Wohnungsbesichtigungen behelfen wir uns derzeit mit 360-Grad-Fotos oder Videos – mit der Qualität bin ich allerdings noch nicht ganz zufrieden. Unsere Makler arbeiten zudem alle im Homeoffice und haben nun mehr Zeit für Beratungsgespräche.

Wie geht es in den nächsten Wochen weiter? Was sind Ihre Pläne?

Die Mietzinsminderungsansprüche werden uns die nächsten Wochen sicherlich beschäftigen. Das wird für viele Unternehmer zu einer existenziellen Frage. Zudem verzeichnen wir eine große Nachfrage in der Logistik – Lagerkapazitäten sind gerade wahnsinnig gefragt.

Ich glaube nicht, dass die Krise bald vorbei ist. Ich glaube, wir werden in den nächsten Monaten weiterhin ein verändertes Verhalten sehen.